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Rolf.B

(Mitglied)

Themenstarter

Hallo,

mein Name ist Rolf Bohlen. Ich fahre seit ca. 30 Jahren Motorrad und ich besitze seit kurzem eine GL 1200 Aspencade, Baujahr 1985. Ca. 67.000 km. Insgesamt gepflegter Zustand (durchaus ein Hingucker). Hier im Forum lese ich seit einigen Wochen gerne mit.

Zu meinem Problem: Leider war bei Kauf die Lichtmaschine kaputt (Masseschluss).

Da wir privat gerade mit Baumaßnahmen zu tun haben und es zeitlich eng ist, hatte ich mich entschlossen, die Reparatur in einer Werkstatt durchführen zu lassen. Nach dem 2 Honda Vertragshändler bei uns in der Region die Reparatur abgelehnt haben (!), hat sich im Nachbardorf der Suzuki-Händler (Familienbetrieb seit ca. 30 Jahren) bereit erklärt die Goldwing zu reparieren. Chef macht alle Reparaturen selber, ist sehr erfahren und repariert (quasi) alle Marken (was halt so anfällt).

Ich habe die Goldwing selber in die Werkstatt gefahren (ca. 15 min. Fahrt bei kühler Witterung Mitte März. Zündung und Licht ging die Strecke über Batterie - hat alles problemlos geklappt)

Werkstatt: Austausch der Lima hat auch alles geklappt. In Vorgabe von mir dann auch gleich noch Kupplung mit gewechselt (klebte), Vergaser ultraschallgereinigt, neu eingestellt, alle Flüssigkeiten getauscht, neue Zahnriemen, neue Reifen etc., (...das Sorglos-Paket, inkl. TÜV)

Problem jetzt in der Werkstatt: Nach dem alles wieder montiert und eingestellt war wurde eine Probefahrt durchgeführt: Nach kurzer Fahrt ist die GL aber an einer Ampelkreuzung spontan (auf allen Zylindern gleichzeitig) ausgefallen. Nach ein paar Minuten abkühlen ist die Maschine dann problemlos wieder angesprungen.

Der Fehler lässt sich auch in der Werkstatt reproduzieren: Die GL springt tadellos an, Funktion vom Choke, Standgas usw. alles bestens, aber die Maschine geht nach ca. 6-8 Minuten spontan auf allen Zylindern gleichzeitig aus (ungefähr da, wo die Temperaturanzeige dann im Bereich vom 2ten/3ten Balken ist.

Lässt man die Maschine dann abkühlen, springt sie sofort wieder an, läuft tadellos, geht aber nach den 6-7 Minuten wieder aus. Die Werkstatt hat das mehrfach ausprobiert. "Gefühlt" werden die Laufzeiten aber inzwischen kürzer (also nicht mehr 6-8 Minuten, sonder eher etwas kürzer)

Der Chef von der Werkstatt hat mich jetzt gebeten, folgende 2 Punkte hier im Forum nachzufragen:

1. Am hinteren Vergaser, linke Seite, sind 2 Schlauch-Abgänge. Dazu die Bilder in Anlage.
Das erste Bild (...390) zeigt den Abgang am hinteren linken Stutzen. Dieser ist jetzt mit dem T-Stück zum Steuerteil verbunden (Unterdruckschlauch, für Einstellung Zündzeitpunkt über das Steuerteil).
Das zweite Bild (...392) zeigt den bogenförmigen Abgang des selben Vergasers, welcher jetzt mit dem Leerlaufluftabsperrventil unterhalb des Filtergehäuses verbunden ist.

Ist das korrekt so oder kann es sein, das wir (die Werkstatt) die Schläuche versehentlich vertauscht montiert haben ? (Im WHB ist dazu nichts enthalten)

2. Ich (Rolf) habe im Forum gelesen, das der o.g. Fehler schon häufiger auf defekte Hallgeber (Zündimpulsgeber) zurückzuführen war und diese Info an die Werkstatt gegeben. Die Werkstatt würde die Hallgeber jetzt gerne mal im kalten und betriebswarmen Zustand durchmessen. Lt. einem älteren Tread muss der Widerstandswert zwischen 290 und 370 Ohm liegen, bei 20°.

Frage: Ist der Wert korrekt ?
Gilt dieser Wert für alle Hallgeber, die vorne bei den Zahnriemen verbaut sind oder gab
es da unterschiedliche Ausführungen ?

--------------
Dazu noch folgender Auszug aus der Mail von der Werkstatt: "Ich habe nach dem Ausgehen der Maschine den Zündfunken geprüft. Dieser war vorhanden, wenn auch etwas mickrig ausgeprägt. Aber das kann eine subjektive Empfindung sein. Auffällig war, das auch nach dem Loslassen des Anlasserknopfes zeitverzögert mehrfach noch ein "Nachfunke" kam. Dafür hab ich keine Erklärung. Im kalten Zustand (bilde ich mir zumindest ein) hat das Fahrzeug beim Starten einen stabileren Funken".
-----------------

Spritmangel ist übrigens auszuschließen, wurde schon geprüft. Zündkerzen habe sauberes Brandbild. Bei Spritmangel und einer defekten Zündkerze würde der Motor normalerweise auch nicht schlagartig auf allen Zylindern ausfallen.

Seltsam ist nur, das die Maschine bei der Überfahrt zur Werkstatt problemlos gelaufen ist.
Das ist auch genau das, was die Werkstatt gerade irritiert.

Für mich und auch die Werkstatt erscheint es jedoch seltsam, das sich an einer Kerze verzögert noch Nachfunken zeigen, obwohl der Anlasser schon losgelassen wurde
(weder die Werkstatt noch ich selber haben so etwas bislang gesehen)
------------------------
Die Werkstatt und auch ich selber tendieren derzeit etwas zu den Hallgebern als Fehlerursache,
evtl. auch das Steuergerät.

Eine GL1200 von 1985 ist aber für die Werkstatt und auch für mich selber völlig neu..
(ich wohne in der Nähe von Pulsnitz (Sachsen). Ich kann mich zumindest nicht erinnern, hier jemals eine GL 1200 gesehen zu haben).

Über Rückmeldungen zu meinen Fragen (bzw. der Werkstatt) würden wir uns daher sehr freuen.
Ansonsten kommen wir gerade nicht so recht weiter.

Eure Antworten würde ich dann an die Werkstatt weiter geben.

Gebt gerne auch noch Hinweise zu sonstigen Fehlermöglichkeiten.

Viele Grüße
Rolf


#1  05.04.20, 13:34:19

asw29

(Mitglied)



Hallo,
der Schlauch welcher am linken hinteren Ansaugbogen steckt, geht zum MSG. Welchen 2. Schlauch du meinst,entzieht sich gerade meiner Kenntnis.Auch auf deinen Foto's ist nicht zu erkennen, was du meinst.Das mit dem Hallgeber könnte schon passen.Du hast Glück, das du eine 85er hast, denn bei der 84er befindet sich dieser im hinteren Motordeckel und bedeutet Motor nochmals ausbauen.


Gruß
Dirk

Sehe ich etwa aus wie eine Bratwurst, das du immer deinen Senf dazu gibst.

1984 GL 1200 Aspencade
2009 Yamaha Fazer FZ1
1996 Suzuki DR 650 RSE
#2  05.04.20, 18:41:47

Rolf.B

(Mitglied)

Themenstarter

Hallo Dirk,

danke für deine Rückmeldung.

Bzgl. der beiden Schlauchanschlüsse versuche ich es mal etwas genauer zu beschreiben.

Der 1 te Schlauchanschluss (Bild im Hochformat, mit Blick auf die Seite vom hinteren Vergaser) ist ja eindeutig sichtbar. Ich denke, das du diesen meinst. Dieser geht zum Steuergerät.

Der 2te Schlauchanschluss ist auf dem Bild im Querformat zu sehen, wo beide Vergaser zu sehen sind. Wenn man auf das Bild schaut, sieht man zwischen den beiden Vergasern eine Feder. Direkt darunter ist der Schlauchanschluss (oder noch anders beschrieben: Direkt links neben der Befestigungsschraube von der rechten Schelle).
Dieser Anschluss geht zum Leerlaufabsperrventil unterhalb des Filtergehäuses.

Korrekt so ?

Gruß
Rolf



#3  05.04.20, 21:37:45

Rolf.B

(Mitglied)

Themenstarter

Haben die beiden Schlauchanschlüsse jetzt mal auf den Bildern farblich markiert.
So ist es eindeutig.

Korrekt so ?

Gruß
Rolf

#4  05.04.20, 21:47:43

asw29

(Mitglied)



Hallo Rolf,
das ist so in Ordnung.Zündimpulsgeber messen sollte 1,1-1,4 KOhm haben.


Gruß
Dirk

Sehe ich etwa aus wie eine Bratwurst, das du immer deinen Senf dazu gibst.

1984 GL 1200 Aspencade
2009 Yamaha Fazer FZ1
1996 Suzuki DR 650 RSE
#5  06.04.20, 18:31:01

Rolf.B

(Mitglied)

Themenstarter

Hallo Dirk,

danke für deine Hilfe. Hat uns schon mal sehr weiter geholfen.
Damit sind wir jetzt sicher, dass die Schläuche korrekt montiert sind.

Was den Widerstandswert der Hallgeber angeht:
- In der offiziellen technischen Spezifikationen der GL 1200, für BJ 84 bis 87, steht, dass die Hallgeber 290 bis 360 Ohm haben sollen.
- Im WHB ab 84 steht hingegen: 1,1 bis 1,3 KOhm
- In der Ergänzung zum WHB (von 86) steht dann: 290 bis 360 Ohm.

Ich habe jetzt mal recherchiert ohne Ende...:
Anscheinend hat es bei den Hallgebern beide Ausführungen gegeben.
BJ 84 war der Widerstandswert wohl immer 1,1 bis 1,3 KOhm (Hallgeber hinten bei der Lima)
BJ 85 (meine); Hallgeber jetzt vorne bei den Zahnriemen. Für dieses BJ gibt es offizielle
Unterlagen mit der Angabe 1,1 bis 1,3 KOhm aber auch Unterlagen mit Angabe 290 bis 360 Ohm.
Ab BJ 86 war es dann wohl immer die Ausführung mit 290 bis 360 Ohm

Alle Infos ohne Gewähr, habe es aber nach bestem Gewissen zusammen getragen...
Auch hier im Forum werden beide Ausführungen in den Treads genannt.

Wann genau die Ausführung umgestellt wurde, kann ich aber nicht zuverlässig nachvollziehen,
müsste aber irgendwann im Zeitraum 1985 gewesen sein. Ob in dem Zusammenhang evtl. auch das
Steuergerät an den neuen Widerstandswert der Hallgeber (290 bis 360 Ohm) angepasst wurde oder das Steuergerät unverändert weiter verwendet werden konnte, weiß ich nicht.

Mal sehen, was die Messung von der Werkstatt sagt.

Falls du noch weitere Infos hast oder einen Fehler in
meiner Recherche findest, bitte schreiben.

Danke dir noch mal.

Gruß
Rolf




#6  06.04.20, 22:09:14

Rolf.B

(Mitglied)

Themenstarter

Wahrscheinlich hat sich das Problem gelöst:

Im kalten Zustand haben die Hallgeber rund 330, bzw. 340 Ohm (gemessen).
Einer der beiden Hallgeber wird aber hochohmig, sobald er warm wird.
Ich werde mal einen neuen bestellen...

By the way...--> Lt. dem Goldwing - USA-Forum ist es genau so,
wie schon oben schon von mir geschrieben:

Baujahr 84: Hallgeber verbaut hinten bei der Lima, Soll-Widerstand 1,1 bis 1,3 KOhm
Ab Baujahr 85: Hallgeber vorne bei den Zahnriemen verbaut, Soll-Widerstand 290 bis 370 Ohm
(bzw. lt. US-Manual von 1985: 330 Ohm +/- 10%).

Gruß
Rolf





#7  07.04.20, 15:22:08

asw29

(Mitglied)



Ich hatte die Werte aus meinem 84er WHB entnommen.Nun auch mal in das 85er WHB geschaut und da wurden wohl andere Hallgeber mit anderem Ohmwert verbaut.War davon ausgegangen, das sich beim Hallgeber nichts verändert hat, aber man lernt halt nie aus.Tausch den mal aus und die Wing läuft bestimmt wieder.... alles wird gut


Gruß
Dirk

Sehe ich etwa aus wie eine Bratwurst, das du immer deinen Senf dazu gibst.

1984 GL 1200 Aspencade
2009 Yamaha Fazer FZ1
1996 Suzuki DR 650 RSE
#8  07.04.20, 17:46:26

Rambo Jens

(Mitglied)



Hallo Rolf!

Freut mich, dass sich Dein Problem so einfach hat finden und lösen lassen.

Nuuuuur:

*Klugscheißermodus an*

Einen Hallgeber kannst Du nicht mit einer Widerstandsmessung überprüfen. Es sollte sich um einen Induktivgeber handeln.

*Klugscheißermodus aus*

Ist natürlich belanglos, wenn die Wing wieder läuft. Kategorie nutzloses Wissen lt. meinen Kollegen.

Viele Grüße

Jens

#9  07.04.20, 19:03:35

Rolf.B

(Mitglied)

Themenstarter

Hallo Jens,

da hast du natürlich recht, daran habe ich in dem Moment gar nicht gedacht...

Von der technischen Ausführung her sind es natürlich Induktivgeber... , sonst könnte man die
tatsächlich nicht mit dem Ohmmeter messen.

In den WHB von Honda verwendet man die "neutrale" Bezeichnung "Impulsgeber".

Die o.g. Angaben, in Bezug auf die Widerstandswerte und Baujahre, sind aber soweit korrekt.

Gruß
Rolf


#10  07.04.20, 19:46:47

Rambo Jens

(Mitglied)



Hallo Rolf,

ist ja auch letztendlich egal. Ich hatte während meiner Citroën Service Techniker Ausbildung einen Trainer, der sehr genau drauf geachtet hat, wie wir uns während unseren Diagnosen artikulieren. Und den ominösen Hallgeber anstelle eines Induktivgebers zu nennen, war eines der am häufigsten Situationen die uns passiert ist, und dadurch ist das bei mir auch so hängengeblieben. Manchmal denke ich, dass Frau Schnabelstedt auf Grund seiner Person entstanden ist... lachen

Viele Grüße

Jens

#11  07.04.20, 20:52:31

ChrisGL13

(Mitglied)



Hallo, schau mal bei Deinem Baujahr unter www.cmsnl.com. Da gibt es eine Alternative dazu wesentlich günstiger als das Original.

#12  08.04.20, 12:57:14

Rolf.B

(Mitglied)

Themenstarter

Hallo Chris,

danke für den Hinweis.

Ich hatte aber schon bestellt (Bikers Best NL).
Ist etwas teurer, als bei dem von dir genannten Händler

Gruß
Rolf

#13  09.04.20, 13:47:02
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