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freeman

(Mitglied)

Themenstarter

Hallo,
ich bin neu dabei und habe mich gerade in der entsprechenden Rubrik vorgestellt.
Ich bitte euch hier um Rat und Hife zu meiner 1800er Gold Wing.
Ich habe im Oktober 2017 bei Fuchs in Uslar eine 2001er SC47 gekauft, US-Modell mit ABS, knapp 50.000 Meilen Laufleistung. Bei der Probefahrt habe ich leider nur auf das Handling geachtet, das mir deutlich besser vorkam als bei der GL1500, die ich zuvor 2 Jahre lang gefahren war und für die neue in Zahlung gegeben habe, sowie auf den Sitzkomfort insbesondere für meine Frau als Sozia. Nicht geachtet habe ich leider auf die Federung, die von Anfang an Probleme machte. Das steigerte sich dann soweit, dass es bei jeder Straßenunebenheit an den Vordergabeln ein klapperndes Geräusch gab. Ich habe die GL dann zu Fuchs gebracht, wo als wahrscheinlichste Ursache und preisgünstigste Lösung die Anti-Dive-Ventile erneuert wurden.
Das Klappern und Krachen an den Gabeln ist jetzt weg, das Holpern und Ruckeln aber noch da. Dieses Motorrad überträgt buchstäblich jede noch so kleine Straßenunebenheit an den Fahrer und die Sozia; man spürt jede Bodenwelle, jede Bitumennaht, jeden Gullideckel (man kann nicht alle umfahren), und zwar in Lenker, Fußrasten und Sitz, als im ganzen Motorrad.
Ich habe das Motorrad vor allem für Wochenendausfahrten mit meiner Frau gekauft; meine Fernreisen habe ich mit Reiseenduros gemacht. Meine Frau hat mehrere Bandscheibenvorfälle und eine Schädigung der peripheren Nerven (Polyneuropathie) mit chronischen Schmerzen. Es ging darum, das bequemste Motorrad auf dem Markt auszusuchen, und da hat die GL das Rennen gemacht vor Harley, Indian usw.
Jetzt sind wir allerdings frustriert; von dem marktführenden "Luxutourer" erwarte ich eigentlich, dass er Bodenunebenheiten weithgehend schluckt und nicht als Rüttelmaschine fungiert.
Meine Fragen an euch, die ihr GW-erfahren seid:
1.) ist das geschilderte Problem ein Einzelfall, habe ich sozusagen ein "Montagsbike" gekauft?
2.) oder ist es ein Problem der ersten Jahrgänge des SC47 Modells? Immerhin ist 2001 der erste GL1800-Jahrgang, worauf ich beim Kauf leider überhaupt nicht geachtet habe;
3.) was könnte nach eurer Meinung und Erfahrung die Ursache sein, und wie aufwändig wäre es, diese zu beheben? Davon wird es abhängen, ob ich das immer noch rel. teuer bezahlte Motorrad instand setzen lasse oder wieder verkaufe.
Vielen Dank im Voraus
Udo (freeman)

#1  20.08.20, 21:03:26

Christian SU

(Mitglied mit Biete)



Bei meiner SC47 (Baujahr 2009) ist das nicht. Butterweiches gleiten.

Was sagt denn Fuchs dazu? Habe Fuchs nur mit einem erstklassigen Service kennen gelernt. Man ist dort eigentlich immer sehr bemüht alle Probleme zu beheben.


Meine Zweirad Stationen:
Hercules M5 * Yamaha DT50M * Zündapp KS50 WC TT * Yamaha DT125 * Suzuki GT 550 * Suzuki GSX 550 ES * Yamaha XT 500 * Kawasaki VN 1500 C * Kawasaki VN 1500 Classic Tourer * Honda GL 1800

Meine SC47:
#2  20.08.20, 23:01:26

freeman

(Mitglied)

Themenstarter

Fuchs hat wie gesagt als erste Maßnahme die Anti-Dive-Ventile ausgewechselt. Ich will heute nochmal anrufen und mit Torsten reden, dem Werkstattmeister. Wollte aber vorher mal rumfragen, ob jemand mit dem Modell und frühen Jahrgang ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

#3  21.08.20, 08:22:31

Olli/Lippstadt

(Mitglied mit Biete)



Fürs Feedback: Ich hatte eine SC 47 aus 2002 und die von Dir geschilderten Probleme traten nie auf (Verkauf bei 90tkm).

#4  21.08.20, 08:31:13

rcmwiessner

(Mitglied mit Biete)



Morgen Udo,
wenn du die elektrische Vorspannung des hinteren Federbeines von Null auf höchste Stufe stellst, merkst du dann, dass sich das Federbein aufrichtet, oder passiert da nix. Wenn da keine Veränderung stattfindet, vielleicht ist dann das Federbein defekt.
Ich gehe auch mal davon aus, dass dir Fuchs da weiterhelfen kann. Ich bin meistens höchste Stufe gefahren um etwas mehr Bodenfreiheit zu haben und die Federung war immer noch gut.

Gruß
Rainer alles wird gut



Immer die Wahrheit sagen bringt einem wahrscheinlich nicht viel Freunde, aber dafür die Richtigen.
John Lennon
#5  21.08.20, 08:33:56

Seppel55

(Mitglied)


Hallo Udo,
hatte vor vielen Jahren eine Lebensgefährtin welche einen Bandscheibenvorfall hatte.
Sie hat sich auf der GL1800 wohler gefüllt als in einem Autositz.
Ich bin damals auch um jeden Kanaldeckel und Unebenheiten auf der Strasse herum gefahren um die Stöße zu minimieren.
Es ist schon so, das man auch auf der Wing die Strasse mit dem ganzen Körper spürt. Für einen gesunden ist das auch kein Problem und wird kaum wahr genommen. Wenn dir aber die Knochen weh tun ist jede kleine Erschütterung schmerzhaft.
Wir haben das früher so gelöst. Wenn die Strasse (Kopfsteinpflaster) holperig wurde, ist meine Beifahrerin leicht in die Hocke gegangen (Spannung in den Oberschenkeln) und hat sich in die Rückenlehne gedrückt. So konnten die Stöße gut abgefangen werden. Der Bandscheibenvorfall war im Frühjahr, sah die Saison als gelaufen an. Ging dann aber ganz gut. Nannten es therapeutisches Motorrad fahren zwinkern

Für optimale Entkopplung von der Strasse und sanftes dahin gleiten wäre die GL1500 die bessere Wahl gewesen.
Die 18er ist auf sportlich getrimmt und da gehört das fühlen der Strasse dazu.

Gruß
Wolfgang


#6  21.08.20, 11:01:31

Wingerjack

(Mitglied)



Hallo Udo, hallo zusammen,

eine Goldwing ist ja an sich für ihren sänftenartigen Fahrkomfort bekannt. Daher sollte auch Deine Maschine Euch ein solches Fahrgefühl bieten können. Vielleicht läßt sich ja etwas herausholen in puncto Feintuning der Federung.

Vorab sei bemerkt: Ich schreibe hier mit als Fahrer einer GL 1500, kann also keine eigenen Erfahrungen mit der GL 1800 beisteuern. Aber dagegen durchaus welche mit der GL 1500.

Udo, Du hattest speziell die Vorderradgabel erwähnt. Es sei anfänglich ein Klappern zu vernehmen gewesen, und ausgehend von der Vorderhand würden die Erschütterungen sich in die ganze Maschine hinein fortpflanzen. Ich würde deshalb bei der Fehleranalyse gern bei der Vorderradfederung ansetzen.

Als ich meine GL 1500 kaufte, übernahm ich sie von einem Vorbesitzer, der 140 kg wog und daher die Vordergabel mit stärkeren Federn hatte ausstatten lassen. Für die Gl 1500 gibt es progressive Gabelfedern u. a. von Wirth und Wilbers, sogar in mehreren verschiedenen Stärken. Und aus dem Gespannbereich sind mir sogenannte "Gespannfedern" bekannt, also nochmals stärkere Ausführungen.

Bei Deiner GL 1800 wäre zunächst zu prüfen: Welche Gabelfedern sind eingebaut? Sind es noch die Honda-Originale, oder sind sie ersetzt worden durch progressive Zubehörfedern? Wenn ja, welche? (Sind das "extraharte" Federn?)

Als zweites wäre das Gabelöl zu prüfen. "Dickeres" Öl mit größerer Viskosität (= Zähigkeit) sorgt für ein gemächlicheres Einfedern der Gabel. Die Gabel ist dann zwar nicht härter gefedert, aber sie fühlt sich dennoch so an, weil sie evtl. nicht mehr so feinfühlig anspricht.

Ich habe diese Erfahrung bei meiner GL 1500 machen dürfen: Ich habe etwas zäheres Gabelöl eingefüllt - in der Hoffnung, die Maschine würde sich "straffer" anfühlen. Aber in der Vordergabel verschlechterte sich daraufhin das Ansprechverhalten: Die Gabel wurde "stuckerig" und bockte an Kanaldeckeln und Teerfugen. Nachdem ich dünneres Gabelöl eingefüllt hatte, verbesserte sich das Ansprechverhalten wieder.

Leider kann man beim Gabelöl nicht nur nach der Viskositätszahl auf der Packung gehen: Öle verschiedener Hersteller unterscheiden sich beträchtlich - auch, wenn sie die nominell gleiche Viskositätszahl tragen. Bevor Du jetzt verzweifelt das ganze Ölregal durchprobierst, könntest Du bei Fuchs fragen, welche Ölsorte sie empfehlen (auch speziell für Deinen "Komfortwunsch"). Und eine weitere sehr gute Adresse ist Peter Bleeker in Leer ("Wingchrome"). Er bietet spezielles Gabelöl an (Eigenmischung) und kennt sich sehr gut aus mit den Fahrwerks-Eigenheiten der Goldwings.

Als dritten Einfluß will ich die Luftunterstützung der Gabel erwähnen. Ich weiß gar nicht, ob die GL 1800 so etwas hat. Meine GL 1500 hat jedenfalls eine solche Luftunterstützung. Ich habe die aber noch nie genutzt, weil mir die progressiven Gabelfedern zusammen mit dem passenden Öl schon straff genug sind. Du könntest Deinerseits probieren, ein etwaiges Luftdruckpolster ganz abzulassen, um zu schauen, ob das schon Linderung bringt.

Als vierter Faktor seien die Reifen genannt. Es gibt z. B. mit dem "Avon Cobra Chrome" einen Reifen, der eine sehr hohe Tragzahl aufweist. Das bedeutet, Du kannst ihn bei geringem Luftdruck fahren (-> komfortabel wie ein Marshmellow), und trotzdem ist er noch hinreichend tragfähig für das Gewicht der Wing. Dem "Cobra" wird auch eine gute Eigendämpfung nachgesagt. Hierzu sei erwähnt, daß die "kleinen" Bodenunebenheiten (rauher Asphalt, Schottersteine, kleine Teerfugen...) fast gar nicht von der Federung aufgefangen werden können, weil die dafür zu träge anspricht. Für die Pufferung dieser "Mini-Impulse" von der Straße ist daher hauptsächlich die Eigendämpfungsfähigkeit des Reifens zuständig.

Nun noch ein fünfter Faktor: Der Verschleiß der Gabel. Bei meiner GL 1500 war ich ganz pingelig und habe die Gabel komplett überholt (zerlegt, gereinigt, neue Führungsbuchsen eingesetzt). Theoretisch könnte man das auch an Deiner Maschine durchführen. Aber wenn Du sie frisch beim Fuchs gekauft hast, sollte die Gabel in Ordnung sein. Kannst ja trotzdem mal dort nachfragen.

Gutes Gelingen bei der Verbesserung des Komforts!

Wingerjack


#7  21.08.20, 13:26:03

freeman

(Mitglied)

Themenstarter

vielen Dank für die zahlreichen Tips.
Was die elektrisch einstellbare Vorspannung des Zentralfederbeins betrifft, habe ich gestern herumprobiert: Fuchs hatt den Mittelwert (15) eingestellt; mit 20 ist es noch schlimmer, mit 10 etwas besser, aber das Problem nicht gelöst.
Neue Reifen hatte Fuchs drauf gepackt, das sollten schon die richtigen sein.
Ich habe eine beträchtliche Anzahl Motorräder aller möglichen Marken; bei keinem anderen Motorrad habe ich derartige Probleme mit dem ständigen Fühlen der Bodenbeschaffenheit. Einzig eine Kawasaki VN2000, die ich vor Jahren hatte, ein supertiefgelegter Umbau im Walz-Hardcore-Stil, war noch schlechter von der Federung. Das mußte aber sein, weil der Rahmen nur 10 cm über dem Boden war.
Bis das Problem mit der GL gelöst ist (oder auch nicht), bevorzugt meine Frau jetzt unsere BMW R1200CL, deren Sitz zwar nicht so bequem ist, die aber wesentlich besser über die Bodenunebenheiten gleitet, wie ich es eigentlich von der GL erwarten würde.
Und was die Bandscheibenvorfälle betrifft: ich selbst habe 5 davon (3 in der HWS, 2 in der LWS), was mich aber niemals vom Motorradfahren abgehalten hat.
Alles weitere werde ich mit Fuchs klären (Gabelöl, Federn usw.), erwarte den Rückruf von Tobias.

#8  21.08.20, 13:42:52

WingBowler

(Mitglied)



Hallo freemann,
ich hab auch ne 2001er und hatte die gleichen "Gullydeckelprobleme".
Ich hab dann 2016 beim Peter neue Standrohreinsätze gekauft, die er als Fachmann mir empfohlen hatte.
Seitdem hat sich das Verhalten der Vorderradfeder wesentlich verbessert und die harten Schläge bleiben fast aus. Rede mal mit Peter über dein Problem.


Gruß Gert....
Der mit der Zigarre auf der 1800er Wing winken
#9  22.08.20, 15:50:54

WingBowler

(Mitglied)



Übrigens,
auch das hintere Federbein hatte nach 19 Jahren einen Austausch nötig.
Beim Fuchs eins gefunden. Seitdem ists hinten auch nicht mehr so hart.


Gruß Gert....
Der mit der Zigarre auf der 1800er Wing winken
#10  22.08.20, 19:37:02

freeman

(Mitglied)

Themenstarter

danke für die Tipps. Die GW steht jetzt bei Fuchs; die hintere Federung soll in Ordnung sein, vorn aber zu hart. Öl und Federn werden gewechselt, dann sehen wir mal...

#11  29.08.20, 15:18:54

Flüsterer

(Mitglied mit Biete)



Ist die hintere Feder noch original? Da gibt es auch härtere...


LG aus Wien - Umgebung von Martin

´90er GL1500SE Canadian Version
'91er Pan European ST1100
'97er Pacific Coast PC800
'86er Kawasaki GPZ1000RX
'02er GL1800
#12  30.08.20, 18:23:47

LongriderGL

(Mitglied)



Würde mich interessieren: Was kam bei FUCHS raus? Ursache gefunden/behoben?

Grüße aus FFM!

Harald

#13  15.09.20, 16:05:10
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