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Bernhard_1961

(Mitglied)


Themenstarter

Hallo liebe Gemeinde

Muss mich mal mit einem vielleicht "komischen" Erlebnis bei euch melden.
Herbsturlaub mit der Wing vom 11. September bis 25. September 2022.
Route grob: Götzendorf adL - Ogulin - Novigrad - Starigrad Paklenica - Podstrana bei Split (dort Ausflüge durch das Cetina-Tal und nach Bol auf Brac) - Brna (auf Korcula. Dort Ausflüge über die neue Peljesac Brücke und nach Korcula-Stadt).

Alles lief wie geschmiert, die Wing brummelte gemütlich vor sich hin, es war einfach herrlich... bis... ja, bis zur Autobahnabfahrt bei Split.
In einer langsamen Kurve (ca. 40km/h) bemerkte ich leichtes Lenkerschwingen. Auf der Piste ist mir bei ca. 150km/h ein leichtes Vibrieren aufgefallen, das bei 130 wieder nicht zu bemerken war. (150 kurzfristig).
Na ja, was soll ich sagen? Das Lenkerschwingen wurde bis zu einem gewissen Grad schlimmer, einhändiges Fahren bei eben 40km/h unmöglich!

Luftdruck wird durch TPMS überwacht, genug Druck und auch die Ventilkappentemperatur stieg nicht an. Beim nächsten Ziel hab ich den Vorderreifen mal einer genauen Sichtkontrolle unterzogen.
Nix zu sehen, keine seitlichen Beulen, die auf ein Karkassenproblem hinweisen...nix.
Ich muss dazu sagen, dass ich ca 10 Tage vor der Reise beim ÖAMTC (D: ADAC) war und mir die Reifen (die ja schon die 2. Saison drauf sind) ansehen zu lassen. Urteil: die nächsten 3000km halten die sicher aus.

Unterwegs Internetrecherche: Lenkkopflager, Radlager... alles mögliche hab ich gefunden. Wing auf den Hauptständer, Liebste ho: nein, das Lenkkopflager ist ok...

Ok, dann eben den Lenker festhalten und die restlichen Kilometer so gut es geht "abarbeiten". Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie fest ich den Lenker gehalten habe:)
Bei der Rückreise über die Autobahn (max 120km/h) hat der ganze Vorbau so vibriert, dass sogar die Seitenspiegel gezittert haben!

Wieder in Ogulin angekommen, hab ich dann einen Freund aktiviert, der uns in Mureck mit Hänger abgeholt hat. UFF!

Am Dienstag drauf bin ich mit der Wing zum ÖAMTC BL gefahren und hab einen Mech gebeten, eine Runde zu drehen. Das war ein Spaß, wie der wieder zurück gekommen ist!
Etwas weiß im Gesicht! Dann haben sie zu zweit auf der Wing herumgerissen, ob nicht doch das Lenkkopflager was hat. NIX, alles ok!
Zwischenzeitlich habe ich einen neuen Reifesatz bestellt. (Der alte Satz hat immerhin 15.950km gehalten. Restprofil vorne wie hinten 3mm, der hintere -Bundesland bedingt- mittig etwas flach abgefahren).

Beim Reifenwechsel war ich dabei und bat den Mechaniker, dass er den Vorderreifen vor der Demontage auf der Wuchtmachine laufen lässt. Ei siehe da: der Reifen hat seitlich geeiert! Genau so fuhr er sich auch!
Das Lenkerschwingen war nach dem Reifenwechsel völlig verschwunden!!!

Fazit: Ich hatte mich (weil höhere Traglast) vorne für einen sogenannten B-Reifen entschieden. Der hat eine Kombination aus radialen und diagonalen Verstärkungen.
Meine Vermutung: durch das Altern verlieren die diagonalen Lagen an Elastizität.
Da die diagonalen Lagen durch die Fliehkraft stärker gedehnt werden als die radialen Lagen, kann das dann durchaus zu diesem seltsamen Effekt führen.

Mal sehen, wie sich der jetzige Reifensatz (Bridgestone Exedra G853/G704) macht. Wenn es was zu berichten gibt, lest ihr wieder von mir.

LG Bernhard


Goldwing 1800 SC47 (2001)
Suzuki V-Strom 650 XT (2021)
#1  14.11.22, 14:32:54

Christian SU

(Mitglied mit Biete)



Hattest du vielleicht ein Felgengewicht verloren?


Meine Zweirad Stationen:
Hercules M5 * Yamaha DT50M * Zündapp KS50 WC TT * Yamaha DT125 * Suzuki GT 550 * Suzuki GSX 550 ES * Yamaha XT 500 * Kawasaki VN 1500 C * Kawasaki VN 1500 Classic Tourer * Honda GL 1800

Meine SC47:

Bleib wie du bist - sei du selbst! Es sei denn, du bist Batman. Dann sei wie Batman.
#2  14.11.22, 20:12:46

Sunshine

(Mitglied mit Biete)



Ich tippe auch auf ein verlorenes Auswuchtgewicht am Reifen.
Das gleiche Phänomen wie Bernhard erlebte ich 2013 mit meiner 1500er auf einer mehrtägigen Tour durch Polen.
Auf der Fahrt von Sklarska Poreba nach Nowy Sacz fing der Lenker von einer Sekunde zur anderen zu flattern an. Geschwindigkeit nur noch bis max. 80 km/h möglich.
Mit Lkw-Werkzeug (vom Hotelbesitzer/Fuhrunternehmer in Nowy Sacz zur Verfügung gestellt) brachte das fester anziehen der Lenkkopfmutter nur bedingten Erfolg.
Die Heimfahrt (auch noch über ein Treffen in Lodz) von ca. 1400 km war dann entsprechend spannend.

Zuhause dann noch zweimal den Lenker abgebaut, Lenkkopfmutter weiter angezogen, was lediglich zu einem Lenkverhalten führte, welches fahren von Kurven fast unmöglich machte.

Und erst dann (man lernt nie aus) fiel mir eine Stelle an der Felge auf, wo sich der Abdruck eines vorher geklebten Auswuchtgewichtes befand.

Also habe ich das Vorderrad ausgebaut, bin zum Reifenhändler gefahren, das Rad neu auswuchten lassen und wieder eingebaut.

Siehe da ... jetzt war wieder alles ok und kein Lenkerzittern mehr.

Hätte ich mir das Vorderrad bereits in Polen genauer angesehen, hätte ich mir einiges erspart.

Hätte, hätte, Fahradkette ! ;-)


Wingergruss Hubert
Und immer schön oben bleiben!
Ex: GL1500 SE Bj, 90, 94, 97, 98, 99, GL1800 Bj. 2003
Aktuell: GL1800 Bj. 2005 30 Jahre Anniversary
#3  15.11.22, 10:33:49

huberbaua

(Mitglied mit Biete)


Die Reifen wurden zuletzt bis fast 16000 Km gefahren, da verändern sich die Laufeigenschaften halt gewaltig, oder?
Klaus

#4  15.11.22, 10:51:28

Bernhard_1961

(Mitglied)


Themenstarter

@Sunshine und Christian:
Nein, es fehlte KEIN Wuchtgewicht! Und der Effekt ist eher schleichend aufgetreten und nicht plötzlich. Zudem war der Reifen VOR der Demontage auf der Wuchtmaschine und da ist nur ein leichter Seitenschlag des Reifens aufgefallen. Unwuchte Reifen neigen eher zum Hoppeln als Gieren.

@huberbua: Vor dem Avon bin ich 16.400km einen Elite 4 gefahren (R und nicht B!).
Bis zum Schluss haben sich bei diesem Reifen die Laufeigenschaften nicht verändert.
Gebe dir aber recht, dass bei diesem Reifen eben die Laufleistung geringer anzusetzen ist.
Never B again!

LG Bernhard


Goldwing 1800 SC47 (2001)
Suzuki V-Strom 650 XT (2021)
#5  15.11.22, 11:27:51

huberbaua

(Mitglied mit Biete)


@Bernhard_1961

Ich schrieb das nur weil mir bei meiner Goldwing (Bridgestone) der Reifenzustand beim Fahren ganz klar anzeigt ob es Zeit zum Wechseln wird. Das glatte, satte und ruhige Gleiten und die stabile Lage in Seitenlage weicht und wird zum unruhigen und nicht mehr gezielten Rückmeldungen beim Kurvenfahren. Ich merke dann deutlich die "etwas andere Rückmeldung" des Fahrverhaltens (meist denke ich dann: Bin ich zu blöd zum Kurvenfahren oder nur aus der Übung).

Das geht bei mir meist bei ca. 8-9000 Km vorne los. Kurz darauf meint mein Mechaniker: Dein Vorderreifen ist aber bald fällig.
Hinten halten die bei mir ca.11-13000. Gegenüber früher bei meinen anderen Mopeds ist das aber immer noch Super.

Gruss Klaus

#6  15.11.22, 14:09:12

Bernhard_1961

(Mitglied)


Themenstarter

Hi Klaus

Ja, da hast du 100%ig recht! Und in Zukunft werde ich (egal was an Restprofiltiefe noch über ist) die Schlapfen jede Saison wechseln. Denn es kommen immer mindestens 10.000km/Saison auf die Uhr!

Komischerweise hab ich (mit alten Schlapfen) beim Kurvenkippeln mit dem Hinterreifen mehr Probleme, weil der grundsätzlich in der Mitte zu leiden beginnt. Zum Lebensende des Reifens bildet sich dann ein super Sägezahn und eine beachtliche Kante, die es beim Kurvenfahren a) zu überwinden gilt und b) die nicht unbedingt zu mehr Haftung beiträgt!

Kaum sind neue Pneus drauf, erkennt man seine Fuhre nicht mehr! So leicht kippt das Dickschiff in die Kurven und ich bin froh, dass meine Fußrasten eh schon 45° angeschliffen sind:)

LG Bernhard


Goldwing 1800 SC47 (2001)
Suzuki V-Strom 650 XT (2021)
#7  15.11.22, 14:35:21
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